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Ich frage mich wieder einmal, warum die malende Zunft in diesen Zeiten so banal, so sinnfrei und letztendlich so unkritisch daherkommt. Obwohl ich daran so gut wie rein gar nichts ändern kann, rege ich mich wieder einmal (un)sinniger Weise auf.

Wie kann man als Künstler (Mensch) in dieser unvollkommenen Welt und in diesen Zeiten moralisch richtig handeln? Der Künstler an sich, ist grade wenig mutig, hat den Glauben an die heutige Zeit vielleicht verloren, wo weit mehr marktkonforme Zombies den Ton angeben, als von Ethik und Gewissen geleitete/geplagte Menschen, die – mit kritischem Blick reflektierend, auf sich selbst vertrauen. Der als „Künstler“ notierte Mensch schleudert seine Ergebnisse in „die Welt“ –  ungeniert unreflektiert. So, als wäre es ein von schmackhaften Oberflächlichkeiten zehrender Virus, der sich beharrlich ausbreitet, weil kein Gegenmittel greift. An diesem Punkt hakt meine Kritik ein. Aktuell und genau jetzt sollte/müsste/könnte die „Kunst“ Bezug nehmen zur Lage der „Welt“. Viel zu wenige sind in der Sache aktiv. Im Atelier ist es gemütlich. Klar. Jedoch ist die Zeit gekommen, über den eigenen Tellerrand zu schauen und zu agieren. Es reicht nicht mehr, auf irgendeiner Sozialplattform etwas zu liken oder für Mist zu halten, als wäre damit schon irgend etwas getan und gewagt. Ich sehe kaum irgend etwas Erbauliches, dass darüber hinausgeht. Wenn doch, dann ästhetisch hübsch verpackt und ebenso hübsch anzuschauen in den Galerien oder Kunstmonopoltempeln, in Venedig oder Kassel, etc. Wers mag. Streitbare Kunst schaut für mich anders aus und diese wäre jetzt gefragt.

Ich frage mich.

Abseits davon die Masse an unentdeckten Kunstleuchten (neben der eben kleinen Auswahl an „Entdeckten“). Diese haben naturgemäß wenig Lust darauf, irgendwo oder bei irgendwem oder was anzuecken. Aber warum? 0,002 % der Kunstschaffenden leben von ihrer Kunst. Der Rest tut so, als ob oder traut sich nicht zu sagen, dass es ihm in Wahrheit gar nicht so gut geht. Also. Mund aufmachen, es schadet nicht. Im Gegenteil. Hat dieses teils freundliche, teils miesepetrige, entwicklungsresistende Müßiggängertum aktuell wirklich rein gar nichts zu sagen, als nur das immer Gleiche, dem im Glücksfall nur ein seitenlanger Quelltext helfen kann, das Nichts an Inhalt, dem etwas orientierungslos wirkenden Betrachter zu offerieren? Ist der Gedanke daran, minimalst existierende „Käuferschichten“ zu verprellen, vielleicht ein Grund dafür, dass man keine kritischen Äusserungen mehr hört.  Ein paar Worthülsen, die Unterschrift unter einem Werk zu setzen, mit dem ergänzenden Hinweis „Acryl auf Leinwand“ war und ist noch nie genug gewesen. Fuck off!

Warum?

Entweder, weil einem bei dem ganzen Mist, der auf unser aller Erde geschieht, derweilen mitunter der Mund offen stehen bleibt und man deswegen in Proteststarre verfallen ist, oder doch aus Mangel an substanziellem Kritikvermögen? Auf der Flaniermeile unsäglicher Flut von Nichts, kann es einem jedenfalls aktuell Angst und Bange werden um den kritischen Tenor in diesem „Berufsfeld“.

Darf man die eigene Klappe soweit aufreisen? Scheiße, Ja! Reichlichst und nicht genug.

Meine Erfahrung aus zig Projekten an der entscheidenden Schwelle von reiner Ausstellung und Projektgedanken dahinter, zeigte mir auf eindringlichste Weise, dass, sobald es drohte, unangenehm und „kritisch“ für die „öffentliche Wahrnehmung“ des einzelnen „Mitstreiters“ zu werden, wo eigentlich Nonkonformität, Kritikfähigkeit und Rückgrat gefragt waren, sich so mancher dieser malenden Bugs in den hintersten erreichbaren Schatten postierte, unsichtbar wurde oder sich kurzer Hand entmaterialisiert hatte. Nur, um wenig später, an einem mutmasslich harmonischeren Ort, als „Acryl auf Leindwand“ wieder in Erscheinung zu treten und um hier sein QEuvre für das Zielgebiet „Schöner Wohnen“ zu optimieren Toll.

Gut gebrüllt Löwe, sage ich 🙂 … Nun, weil mir gerade so manches durch den Kopf geht – mit Merkmalen subjektiver Betrachtung notiert und ohne Scham sichtbar gemacht …

kascomic1

Zeichnung: Kaslovski

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